Bienen-Infothek

Die Königin   

Königin aus dem Jahr 2011 (weißer Punkt)

Die Königin ist die Mutter aller Bienen im Bienenstock, da sie die einzige fortpflanzungsfähige Biene im Volk ist. Sie ist im Grunde das am meisten zu bedauernde Wesen im Bienenvolk. Nur zweimal in ihrem Leben verlässt sie ihr Zuhause. Einmal, um ein neues Volk zu gründen und ein weiteres Mal, um zum Hochzeitsflug aufzubrechen und sich mit bis zu 25 Drohnen zu paaren. Danach wird sie den Rest ihres Lebens in Dunkelhaft gehalten und muss bis zu 2000 Eier am Tag legen. Dafür wird sie von ihrem Hofstaat gefüttert und gehätschelt, darf aber keinen Flügelschlag mehr ohne diesen machen.  

 

Das Bienenvolk entscheidet, ob es eine neue Königin braucht. Ist ihre Lebenszeit beendet oder lässt ihre Produktivität nach oder ist das Volk generell unzufrieden, wird die alte Königin einfach ersetzt oder sogar getötet. Die Arbeiterinnen bestimmen mit der Art ihrer Fütterung (Königinnen erhalten ausschließlich Gelée Royale) und der Wabenzellenform (sogenannten Weiselzellen), ob eine neue Königin heranwächst. Schlüpft eine neue Königin, wird sie sämtliche anderen ungeschlüpften Königinnen töten und der Kreislauf beginnt vorn vorne.

 

 

Arbeitsbienen

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Arbeiterinnen: Sommerbienen und Winterbienen. Die Arbeiterin im Sommer hat eine Lebenserwartung von ca. 6 Wochen. Die im Herbst schlüpfenden Winterbienen hingegen haben eine Lebenserwartung von ca. 6 Monaten. Dieser Unterschied in der Lebenserwartung begründet sich in den Tätigkeiten, die diese Bienen ausführen müssen.  Sommerbienen müssen als Ammen- oder Trachtbiene arbeiten, diese Arbeiten sind extrem energiezehrend. Winterbienen müssen lediglich im Winter die Winterkugel bilden und im Frühjahr die neue Brut zu pflegen. Die hierzu benötigte Energie beziehen sie aus den im Körper gepeicherten Eiweißen und Fetten, die aus Pollen stammen.

 

Die im Sommer lebenden - sogenannten Stockbienen - haben, je nach Alter, verschiedene Aufgaben im Lauf ihres Lebens zu erfüllen.

 

Aufgaben der Arbeiterin nach Alter in Tagen   

1. bis 3. Tag

Zellen putzen und Brut wärmen

4. bis 5. Tag

Füttern der älteren Larven

6. bis 11. Tag

Füttern der jüngsten Larven

12. bis 17. Tag

Wachserzeugung, Wabenbau, Futterumtragen

17. bis 21. Tag

Fluglochwache

22. bis Lebensende
(35. bis 45. Tag)
              

Blütenbesuch mit Blütenbestäubung
Pollen, Nektar, Kittharz (Propolis), Wasser sammeln

Bienen können allerdings bei Bedarf in jedem Alter fast jede Aufgabe flexibel ausführen, sofern die Entwicklung ihrer Drüsen dies zulässt. Sind z. B. nur sehr wenige Flugbienen im Stock, können Stockbienen diese Aufgabe wahrnehmen. Die Bienen informieren sich auf Inspektionsgängen über die Waben darüber, welche Aufgaben zu erledigen sind und übernehmen dann bei entsprechender körperlicher Entwicklung diese Aufgaben.

 

 Besonderheiten - Arbeitsbiene

Drohnenmütterchen  

Wenn ein Bienenvolk seine Königin verliert und über längere Zeit ohne Königin bleibt, kann es passieren, dass eine Arbeiterin des Bienenvolks anfängt, Eier zu legen. Alle Arbeitsbienen besitzen rudimentäre Geschlechtsorgane. Lebt eine Königin im Volk, wird durch die Abgabe von Pheromonen verhindert, dass sich diese ausbilden. Bei Abwesenheit einer Königin, fehlen die Pheromone und bei einzelnen Arbeiterinnen reifen die Geschlechtsorgane soweit heran, dass sie Eier legen können. Da diese Eier aber unbefruchtet sind, entstehen aus dieser Jungfernzeugung ausschließlich Drohnen. Ein Volk, dem dies geschieht, ist dem Untergang geweiht, da es auf Dauer nicht überlebensfähig ist. 

 

 

Drohnen

Drohne

 Keine Biene im Bienenstock bleibt ohne Aufgabe. Auch den gemeinhin als faul bezeichneten Drohnen fällt eine wichtige Aufgabe zu. Drohnen sind Reisende mit einer Mission: der Weitergabe der Gene ihres Muttervolkes. Da sie auch in fremden Bienenstöcken gern gesehene Gäste sind, können sie die weiten Strecken zu den Hochzeitsplätzen mit Zwischenstopps zurücklegen. Allein die Flüge zum Hochzeitsplatz erfordern große physische Anstrengungen von den Drohnen. Was zeigt, dass sie alles andere als faul sind. Eine erfolgreiche Begattung bezahlt der Drohn mit seinem Leben. Die im Stock befindlichen Drohnen ereilt im Spätherbst dann das gleiche Schicksal. Sie werden von den Arbeiterinnen nicht mehr gefüttert und bei der sogenannten Drohnenschlacht aus dem Stock vertrieben und schlimmstenfalls getötet. 

 

 

Winterruhe 

Bienen halten keinen Winterschlaf. Sie drängen sich in einer Kugel zusammen, der sogenannten Wintertraube. Bienen vom kalten Randbereich werden immer wieder durch solche aus den wärmeren Innenbereichen abgelöst.  Sie erzeugen durch das Vibrieren ihrer Brustmuskeln Wärme; in der Mitte, wo es am wärmsten ist, befindet sich die wichtigste Biene: die Königin. Diese Heizmethode ist so effektiv, dass es im Bienenstock nie kälter als 20 °C wird, auch nicht bei Außentemperaturen im Minusbereich. Die hierfür benötigte Energie beziehen die Bienen aus dem eingelagerten Honig .